Dreiflüsse-Trachtengau Passau

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Chronik

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Im Jahre 1932 wurde der Dreiflüsse-Trachtengau Passau aus der Taufe gehoben. Bei der Gründungsversammlung des Dreiflüsse-Trachtengaus in Passau waren die bereits bestehenden Trachtenvereine „Stamm“ Passau, Volkstrachtenverein Hundsruck, „Almenrausch“ Jacking, „Edelweis“ Salzweg, „Dreiburgenland“ Tittling, „Waldlerbuam“ Waldkirchen, „Birkenstoana“ Oberpolling und „Ilztaler“ Witzmannsberg anwesend und schlossen sich gleich dem Gau als Mitglieder an.

Zum ersten Gauvorstand wurde Ludwig Boxleitner gewählt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Tätigkeit der Trachtenvereine zunehmend erschwert, bis sie mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges schließlich ganz zum Erliegen kamen, so dass es von 1939 – 1948 keinen Gauvorstand gab. Nach dem Ende des II. Weltkrieges durfte sich der Dreiflüssegau nicht mehr so nennen. Ein für die Trachtenvereine bestellter „Trachtenreferent“ war der Meinung, dass dieser Name nicht mehr zeitgemäß sei und so wurde der Gau im September 1947 umbenannt in „Unterer Donaugau“. Dieser Trachtenreferent wurde jedoch wieder seines Amtes bei einer Versammlung mit der Begründung enthoben, die Vereine hätten früher keinen Referenten und brauchen ihn daher auch jetzt nicht.

Die Vereine schlossen sich dann noch im gleichen Jahr zum „Bayerwaldgau“ mit Sitz Passau zusammen. Der erste Vorstand dieses Gaues war von 1948 – 1949 Sepp Klinger. In einer Versammlung am 11.12.1949 wurde dann mit großer Stimmenmehrheit wieder der Name „Dreiflüsse-Trachtengau“ angenommen. 1. Gauvorstand war damals Ludwig Boxleitner. 1950 erfolgte dann die Aufnahme des Verbandes in den Dachverband „Vereinigte Bayerische Trachtenverbände“. Außer den 22 Vereinen, die dem Dreiflüsse Trachtengau angehörten, waren weitere 14 Trachtenvereine dieses Gebietes Mitglied beim Inngauverband Bayer. Trachtenvereine. Diese zwei Verbände wurden am 14.10.1951, nach einem Antrag an die Vereinigten Trachtenverbände, zusammengeschlossen. Um den neuen Verband zu gründen, mussten zuerst beide Gauvorstände ihre Ämter niederlegen. Als 1. Gauvorstand des neuen Verbandes wurde Hermann Hobelsberger aus Witzmannsberg gewählt.

Dieser neugegründete Gau führte ab sofort den neuen Namen „Vereinigte Trachtenvereine Gau Passau“. Bei der Gauherbstversammlung am 07.02.1952 in Passau, Hals, wurde Georg Roidl zum 1. Gauvorstand gewählt. Georg Roidl war für den neu gegründeten Gau ein Glücksfall. Er schaffte es die einzelnen Vereine noch fester zusammenzuschweißen. 1954 änderte der Verband erneut seinen Namen, den er jedoch bis heute beibehielt. Der neue Name des Verbandes war nun „Dreiflüsse-Trachtengau Passau“. Die ersten Vereine im Gebiet des Dreiflüsse-Trachtengaus wurden in den Jahren 1919 bis 1930 gegründet. Ab 1946 entstanden die Mehrzahl der heutigen Trachtenvereine des Dreiflüsse-Trachtengaus Passau.

Wie bei den meisten Vereinsgründungen wurde bei den männlichen Mitgliedern die Neubayerische Tracht mit grauem Rock und kurzer Lederhose, bei den Frauen und Dirndln das Mieder mit dem leinenem Zeug angeschafft. Bei der Frühjahrsversammlung des Dreiflüsse-Trachtengaus am 11.03.1934 in Hundsruck referierte Prof. Dr. Werner Schmid über die Trachten in Bayern. Er stellte hier fest, dass die Gebirgstracht, wie sie seit 1930 getragen wurde, keine Volkstracht war, sondern eine Jägeruniform. Bereits seit dieser Zeit, den 30-er Jahren beschäftigte sich der Dreiflüsse-Trachtengau Passau mit der Trachtenumstellung auf eine bodenständige Volkstracht. Da die Nachkriegszeit auch für die Trachtler eine „arme Zeit“ war, da sich keiner Trachten leisten konnte, wurde auch die Trachtenumstellung immer wieder zurückgestellt. In den 50-er Jahren wurde diese Umstellung wieder aufgenommen und Dr. Franz Karl Lipp aus Linz, war hier Ansprechpartner für den Dreiflüsse-Trachtengau. Weiter waren die Bücher „Die Tracht des Bayerischen Waldes“ und „Die Tracht im Rott- und Vilstal“, von Oscar v. Zaborsky Vorbilder für die Trachtenerneuerung. Anfang der 80-er Jahren waren dann Franziska Rettenbacher für den Bezirk Niederbayern und Hildegard Delefant, Trachtenberaterin im Bayer. Wald, die treibenden Motoren für diese Trachtenerneuerung im Dreiflüsse-Trachtengau.

Ende des Jahres 1974 legte Roidl sein Amt als 1. Gauvorstand des Dreiflüsse Trachtengaus nieder. In der Gauherbstversammlung am 10.11.1974 wurde Hans Woller als sein Nachfolger gewählt. Noch in der gleichen Versammlung wurde Georg Roidl einstimmig zum Gauehrenvorstand ernannt. Somit war Roidl der erste Gauehrenvorstand des Dreiflüsse Trachtengaus.

Am 11.11.2000 trat Hans Woller aus gesundheitlichen Gründen als 1. Gauvorstand zurück. In dieser Gauherbstversammlung wurde Eberhard Eder als neuer Gauvorstand gewählt. Dieses Amt hat Eder bis heute inne.

Noch vor dem Zusammenschluß der beiden Trachtenverbände auf Landesebene machten es ihnen die drei Niederbayerischen Gaue vor. Auf Vorschlag von Eberhard Eder vom Dreiflüsse-Trachtengau Passau trafen sich diese drei Niederbayerischen Gaue, nämlich der Dreiflüssegau, der Niederbayerngau und der Bayerische Waldgau zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch am 18.11.2001 in Hartkirchen. Hier wurden Termine abgesprochen und gemeinsame Probleme aller Art erörtert. Zum Abschluß war man sich einhellig einig, dass diese Treffen alljährlich im Wechsel bei den drei Gauen durchgeführt werden soll. Da der Dreiflüsse-Trachtengau bis jetzt keine Standarte hatte, bzw. da die Standarte des Gaus im Weltkrieg verloren ging, wollte sich der Gau wieder eine solche anschaffen. Dies war dann zum 70-jährigen Jubiläum des Dreiflüssegau geplant. Zu einem derartigen Vorhaben wurde natürlich auch ein Pate benötigt. Die Vorderseite der neuen Standarte trägt das Gauzeichen, die Rückseite das Gnadenbild der Maria von Maria-Hilf. Am 21.07.2002 war es dann endlich so weit. Im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des Trachtenvereins „Berglabuam Auberg“ und dem damit verbundenen Gaufest, wurde die neue Standarte geweiht.

Rückseite der Gaustandarte

Vorderseite der Gaustandarte

Ein wahrhaft schmerzlicher Jahresanfang für das Jahr 2004 war das Ableben unseres ehemaligen Gauvorstandes und Gauehrenvorstandes Hans Woller am 5. Januar im 62. Lebensjahr. Unter großer Anteilnahme wurde Hans Woller am 10.01.2004 auf den Innstadtfriedhof in Passau beigesetzt. Hans Woller hinterließ nicht nur beim Dreiflüsse-Trachtengau Passau eine große Lücke, sondern bei der ganzen Trachtenbewegung in Bayern.

Der Niederbayerngau und der Dreiflüsse-Trachtengau standen am 10.07.2004 Pate bei der Standartenweihe des Waldgaues. 2006 stand für die drei Niederbayerischen Gaue eine Großveranstaltung ins Haus. Diese drei Gaue wollten mit einem Niederbayerischen Trachtentreffen ihre Zusammengehörigkeit demonstrieren. Als Termin wurde der 02.09. und 03.09.2006 gewählt. Als Veranstaltungsort kam nur die Niederbayerische Hauptstadt Landshut in Frage. Beim großen Heimatabend am ersten Tag zeigten Gruppen aus allen drei Gauen, was in Sachen Volkstanz, Musik, Gesang und Mundart in ihren Gebieten der Brauch ist. Das große Festzelt in Landshut war an diesem Abend voll besetzt. Der Festtag am Sonntag begann, wie könnte es anders bei den Trachtlern sein, mit einem Festgottesdienst, welcher von den Trachtlern mit der Waidlermesse feierlich umrahmt wurde. An dem anschließenden Festzug durch die Altstadt in Landshut nahmen mehrere tausend Trachtler teil und zeigten ein großartiges Bild ihrer farbenfrohen Trachten aus Niederbayern. Noch mehr Zuschauer als Teilnehmer säumten den Weg des Festzuges durch Landshut und waren begeistert von der Vielfalt der niederbayerischen Trachten.

Mit dem Jahr 2007 begann für den Dreiflüsse-Trachtengau Passau ein besonders Jahr, nämlich die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen dieses Trachtengaus.

 

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